Warré-Ablegerbildung unter Ausnutzung des Schwarmtriebs – Teil 2: Teilung und Nachsorge

Eine Woche, nachdem wir die vorbereiteten Spielnäpfchen entdeckt haben, kontrollieren wir erneut die beiden obersten Zargen. Aus den Spielnäpfchen haben sich nun wahrscheinlich schon schöne Weiselzellen entwickelt, d. h. die Zellen wurden erdnussförmig nach unten ausgezogen und beinhalten schon ein Ei oder bereits eine in Futtersaft schwimmende Made. Anhand der Größe der Made können wir abschätzen, wie lange es noch bis zur Verdeckelung dauern wird. 1–2 Tage vor diesem Termin planen wir die eigentliche Teilung ein. Dabei gehen wir folgendermaßen vor:

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Frage zum Anbringen der Oberträger

Frage: Wie regelst du den Abstand der Oberträger? Befestigst du diese, wie von Warré beschrieben, mit kleinen Drahtstiften oder legst du sie einfach so ab?

Antwort: Ja, ich befestige die Oberträger mit kurzen Drahtstiften, bei denen aber die Spitze nur 1-2 mm ins Zargenholz geht, so dass die Oberträger zwar fixiert sind, sich aber auch noch leicht ziehen lassen.

Zum Anbringen im richtigen Wabenabstand bediene ich mich eines kleinen Tricks, indem ich 12 mm-Holzwäscheklammern zwischen die Oberträger klemme (siehe Foto). Auf mein Augenmaß verlasse ich mich ungern, weil seitlich verschobene Waben die Bienen schnell animieren, beim Wabenbau kreativ zu werden. Früher habe ich mit einem Wabenkamm gearbeitet, mit einem allein ist es aber nach meiner Erfahrung nicht so einfach, die Waben richtig auszurichten. Möglicherweise würden es mit zwei Kämmen besser funktionieren.

Frage zur Nichtbehandlung

Frage von Madlin: Ich beschäftige mich nun seit einiger Zeit zumindest in der Theorie mit der Imkerei – insbesondere die Haltung in einer Warre Beute erscheint mir sehr vernünftig.

Nun bin ich über deinen Kommentar über den Umgang mit der Varroamilbe gestolpert. Du schreibst hier, dass du nicht gegen die Milbe behandelst. Ich schließe daraus, dass deine Bienen in einem Gleichgewicht mit dem Parasiten lebt. Wie bist du zu diesem Zustand gekommen? Ich habe zwar von Studien wie dem Gotlandversuch gelesen, bei dem die Völker den Varroamilbe ohne Behandlung überlassen haben. Das Ergebnis von Völkern, die im Gleichgewicht mit Varroa lebten, ist extrem erstrebenswert, jedoch war der Weg dahin damit verbunden, dass die Zahl der Völker extrem einschrumpften.

Wo man auch liest – auch bei anderen Konzepten ‚wesensgemäßer‘ Bienenhaltung – liest man trotz des Zwists eigentlich keine Medikamente in das Volk zu bringen, dass eine Varroabehandlung unumgänglich ist. Auch in ‚Imkern nach Warre‘ von Heuvel wird an der Notwendigkeit kein Zweifel gelassen.
Lange Rede, kurzer Sinn: wie hast du es geschafft, dass deine Völker mit der Milbe leben können?

Antwort: Liebe Madlin, vielleicht funktioniert es bei mir, weil ich nicht nur Imkerin, sondern auch Entomologin bin, und deshalb vieles eher wie ein Biologe, als wie ein Tierhalter betrachte. Ich vertraue einfach auf die Evolution und, da ich trotz allem Tierhalter bin, fördere ich diese durch gezielte Zucht.

Manche Völker sterben an Varroa, so wie auch manche Wildbienenkolonie scheinbar grundlos von einem Jahr auf das andere verschwindet. Die meisten Völker kommen zwar über den Winter, aber nur so knappab. Ein paar Völker aber überleben den Winter, als gäbe es gar keine Varroa. Von diesen Völkern ziehe ich nach und weisele die Mickerlinge um. Unterstützend wirkt, dass die Völker übers Jahr kaum gestört werden.

Hilfreich ist es zudem, mit Schwärmen zu starten, von denen man weiß, dass sie von Völkern stammen, die bereits mehr als 2 Winter überlebt haben, z. B. in einer Hauswand, bei der man nicht an das Volk herankam, oder in einem hohlen Baum.

Was man aber zur Nichtbehandlung immer im Kopf haben muss, ist die Tatsache, das solcherart in Ruhe gelassene Völker in den ersten Jahren kaum Honig bringen, da sie schlicht mit Überleben beschäftigt sind. Dies war wahrschinlich auch der Grund, warum Versuche, wie das Gotlandprojekt nicht weitergeführt wurden.