Neues Volk nimmt zweite Zarge nicht an

Es kommt immer mal wieder vor, dass ein neu eingesetztes Volk Schwierigkeiten hat, die zweite, untere Zarge anzunehmen. Dies ist meist ein Zeichen dafür, dass das neue Volk zu klein war, vor allem, wenn es sich um einen Kunstschwarm handelte. Auch, wenn das Jahr bei der Erstellung des Volkes schon sehr fortgeschritten war, und kaum noch Tracht hereinkommt, kann der Bau stoppen. So bauen die Bienen ab der Sommersonnenwende kaum noch, es sei denn, sie werden kontinuierlich gefüttert.

Ein weiterer häufiger Grund dafür, dass die Bienen die zweite Zarge im ersten Jahr nur zögerlich annehmen, ist, dass es sich um eine neue Zarge handelt, die noch zu sehr nach Holzkiste und noch zu wenig „nach Biene“ riecht. Hier hilft es, eine Wabe von oben nach unten umzuhängen, um den Bienen zu vermitteln, dass ihre Wohnung unten eine weitere Etage hat. Sobald eine Zarge einmal eine Saison lang bewohnt war, gibt sich dieses Problem des verzögerten Zargenüberganges.

Rähmchen in Warré …

… halte ich persönlich für Tierquälerei, da das reine Wabenmaß durch Rähmchenholz und beespace auf bestenfalls 27 cm sinkt. Für eine ausreichende Raumgröße sind die 30 cm Originalmaß nach meiner Erfahrung die unterste Grenze. Prinzipiell halte ich es nicht für schlimm, mit Rähmchen zu imkern – in Warré aber schon. Das heißt, wenn Warré, dann Naturbau. Wenn Rähmchen dann DNM, Dadant, Langstroth …

Bedenkt bitte: Selbst die kleinsten Beuten (Christ und Japanische Warré) haben zumindest eine Wabenbreite von 28 cm, wobei Christ sicherlich sogar noch mit kleineren Völkern imkerte, als es unsere heutigen Zuchtvölker sind, und dass in der „japanischen Warré“ mit Apis cerana geimkert wird.

Wabenziehen ist auch im Warré-Stabilbau sehr gut zu machen. Wer aber unbedingt Rähmchen braucht, sollte sich eine Rähmchenbeute zulegen. Den Bienen zuliebe!

Frage zu spätem Schwarm

Frage von Julian: Ich möchte nun mit der Imkerei und der Warrebeute einsteigen. Nächste Woche könnte ich einen Schwarm bekommen. Die ist nun, ob das noch klappt, wenn die Beute noch ganz neu ist, oder ob man lieber noch bis zum nächsten Jahr wartet und versucht, früher einen Schwarm zu bekommen. Was denkt ihr?

Antwort: Hallo Julian, wenn der Schwarm schwerer als 2,5 kg ist, könnte der Ausbau der zum Überwintern notwendigen zwei Zargen noch klappen. Dazu wäre aber zusätzlich noch eine ausreichende Tracht notwendig. Anderenfalls müsstest Du füttern. Das Ganze ist aber insgesamt kein optimaler Start, deshalb würde ich Dir raten, bis nächstes Jahr zu warten.