Ein Hoch der Faulheit!

Gestern schickte mit ein befreundeter Imker diesen interessanten Link zu einer Untersuchung, in der festgestellt wurde, dass die Varroa-Milbe sich nicht, wie bisher angenommen, von der Hämolymphe der Bienen ernährt, sondern von deren Fettkörper, und dass ein Varroaweibchen umso mehr Nachkommen produziert, je wohlgenährter die Biene ist, an der sie parasitiert.

Dass varroatolerantere Bienenvölker weniger Honig produzieren, ist spätestens seit dem Gotland-Projekt bekannt, und auch ich konnte dies schon beobachten. Ich hatte bisher angenommen, der Grund läge darin, dass Völker, die sich aktiv gegen die Varroamilbe  zur Wehr setzen, dadurch weniger Energie zum Sammeln haben, so wie man sich mit Grippe auch eher ins Bett legt, als zur Arbeit zu gehen.

Die Korrelation scheint angesichts dieser neuen Studie aber genau andersherum zu sein, als gedacht. Vielleicht sind die überlebenden Völker die fauleren, die lieber mehr fasten als zu arbeiten? Interessanterweise sind es nämlich nach meinen Beobachtung tatsächlich eher diejenigen Völker, die Unmengen an Honig eintragen, die schlecht mit der Varroa klarkommen. Bisher hatte ich angenommen, dass sie quasi zu viel arbeiten, (Burnout bekommen ;-)) und deshalb stärker unter einer eventuellen Virenbelastung leiden. Aber dass dies nun möglicherweise sogar direkt an einem Zuviel an Futter liegen könnte, wirft, meiner Ansicht nach, ein ganz neues Licht auf die Hochleistungszucht.