Kurstag zur Warré-Bienenhaltung

Liebe Neuimker,

ich erhalte hin und wieder Anfragen nach Warré-Kursen, die zu planen ich leider nie die Zeit finde. Allerjährlich zweimal halte ich aber einen Vortrag über die Warréimkerei im Rahmen des Neuimkerkurses der Sächsischen Imkerschule – einmal in Dresden (am 27.04.2019) und einmal in Ebersbach-Neugersdorf (am 12.05.2019). Interessierte sind zu diesen Terminen herzlich mit eingeladen. Bitte meldet Euch dazu direkt bei der Sächsischen Imkerschule an.

Frage zum Kauf von Rähmchen-Völkern für Warré

Frage: Mit großem Interesse haben wir zum Imkerkurs deinem Vortrag gelauscht und uns nun entschieden, es auch mit der Warré-Beute zu probieren, da für uns ebenfalls die wesensgemäße Bienenhaltung im Vordergrund steht.

Uns erschließt es sich leider nicht, worin das Problem besteht, ein Volk von einem Rähmchenmaß (z. B. Dadant, Zander…) in die Warré-Beute einzuschlagen. Kannst du uns da weiterhelfen? Uns wird als Neuimker immer wieder  gesagt, dass es nicht möglich ist, ein Volk aus einer Rähmchenbeute in eine Warré-Beute einzulogieren. Aber keiner konnte uns so richtig sagen warum. Ein Naturschwarm oder Kunstschwarm kommt im Moment für uns leider nicht in Frage – da wir Förderung beantragt haben, muss es ein Volk sein. Aus genanntem Grund ist es aber fast unmöglich, Völker für unsere Warré-Beuten zu erwerben.

Antwort: Ich kann hier nur vermuten, dass die Imker sich scheuen, Bienenvölker für Warré zu verkaufen, weil sie nicht wissen, wo sie dann mit der Brut hin sollen. Normalerweise werden die Brutwaben bei einem Kauf einfach in den Kasten des Käufers umgehängt. Prinzipiell geht das bei Warré auch, wenn man sich die Mühe macht, die Rähmchen mit den Brutwaben auf Warrémaß zurechtzuschneiden (es bleiben von den Rähmchen dann nur die Oberträger in der richtigen Länge übrig). Das Abkehren an sich ist also vermutlich nicht das Problem, sondern die Brut.

Zwei Vorgehensweisen haben sich bewährt:
1. Die Brutwaben werden, wie oben erwähnt, zurechtgeschnitten und wie üblich mit umgehängt. Das ist zwar ein ziemliches Gematsche, funktioniert aber recht gut. Etwas knifflig ist das Zurechtschneiden im Bereich der Drahtung.

2. Man borgt sich vom Verkäufer dessen Zargen aus, lässt die Brutwaben drin, bis sie ausgelaufen sind, und gibt sie ihm dann zurück. Diese Vorgehensweise lohnt sich dann, wenn man mehrere Völker kauft, so dass man deren Brut zu einer “Brutscheune” zusammenfassen kann. Die nach spätestens 3 Wochen restlich ausgelaufenen Bienen kehrt man dann entweder vor den Warrébeuten ab, so dass sie sich in die Völker einbetteln; oder, falls sie sich eine Königin nachgezogen haben, kehrt man alle Bienen + Königin aus der Brutscheune in eine neue, leere Warrébeute, die am selben Standplatz stehen bleibt, und hat so sogar noch ein zusätzliches Volk gewonnen.

Wachsernte ohne Gematsche

Aufgrund der regelmäßigen Wabenerneuerung spätestens aller zwei Jahre, fällt bei der Warré-Imkerei immer recht viel Rohwachs an. Um dieses einzuschmelzen, habe ich über die Jahre so ziemlich jede Methode ausprobiert, ausgenommen einen professionellen Dampfwachsschmelzer, weil mir für diesen der Platz fehlte. Und sei es meiner Ungeschicklichkeit geschuldet oder diversen unhandlichen Töpfen – bei jeder der im Internet oder diversen Büchern beschriebenen Methoden, gab es unheimlich viel Gematsche von Honig, Wachsbröckchen und festgewordenen Wachsspritzern, die sich nach kürzester Zeit unweigerlich in der Küche verteilten und unter den Schuhsohlen sammelten.

Wirklich Spaß macht die Wachsernte daher erst, seit ich zum Wabenschmelzen einen Dampfentsafter verwende. Mit diesem geht die Arbeit ruckzuck und ohne jedes Gespritze vonstatten. Wenn man beim Kauf ein Modell mit besonders großem Beerenkorb wählt, lassen sich damit Waben von mindestens 3 Zargen einschmelzen, ohne den Korb einmal leeren zu müssen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie stark das Wachs während des Einschmelzens zusammenfällt.

Die heiße  Wachs-Wasser-Mischung lasse ich in einen 10 Liter-Topf laufen, der während des Schmelzens in der warmen Backröhre wartet. So bleibt das Gemisch bis zum Ende flüssig. Anschließend lasse ich den Topf in der ausgeschalteten Backröhre über Nacht langsam abkühlen. Durch die gute Isolierung geschieht das sehr langsam, so dass sich Schwebstoffe und Verunreinigungen zum Großteil unten am Wachsblock absetzen. Diese werden später vom Block abgekratzt.

Auf diese Weise gewonnenes Wachs muss nur noch einmal geklärt werden, bevor es zu Kerzen oder neuen Anfangsstreifen weiterverarbeitet werden kann. Zum Klären den Block einfach noch einmal sachte in Wasser schmelzen und das Ganze wiederum über Nacht abkühlen lassen. Am nächsten Morgen werden die restlichen Verunreinigungen vom Block abgeschabt und er kann weiterverwendet oder eingelagert werden.