Einheit Warrédach, Tuch und Kissen – auch für Rähmchenbeuten

Trotz ihrer Einfachheit besitzt die Warrébeute einige sehr interessante Details, die mich als diplomierten Produktgestalter immer wieder erfreuen. Das unterlüftete Hüttendach dient einer besseren Isolierung der Beute bei starker Sonneneinstrahlung sowie – durch die Entkoppelung von Beutenabschluss und Dachfläche – als Geräuschdämpfer bei stark prasselndem Regen. Zusätzlich bewirkt der „Windkanal“ bei starkem Sturm, dass die Beute nach unten auf den Boden gedrückt wird, was den doch recht schmalen Turm vorm Umfallen bewahrt.

Der heute weit verbreitete Gitterboden wurde laut Warré seinerzeit als Problemlösung erfunden, nachdem man das Kissen, dass es früher bei den meisten Beuten gab, vermehrt durch eine dampfdichte Absperrung, wie Wachstuch oder Folie ersetzte. Diese Einsparung führte zu einer erhöhten Luftfeuchtigkeit im Stock und damit oft zu Schimmel. Man behalf sich daraufhin mit offenen Gitterböden, die die Luftfeuchtigkeit senken  – ein konstruktiver Mehraufwand, der im Hinblick auf die vermeintliche Einsparung typisch für das menschlichen Optimierungsstreben ist. Ob die offenen Gitterböden darüber hinaus gut für die Bienen sind, ist Ansichtssache. Manche Imker schwören auf das Überwintern mit offenen Böden, weil die Bienen dann ruhiger sitzen und dadurch weniger Futter verbrauchen würden.

Eine der wichtigsten Säulen der Warréimkerei ist aber der Wärmeerhalt im Stock, weshalb mit stets geschlossenem Boden und realtiv kleinem Flugloch gearbeitet wird. Damit es nicht zu Schimmelbildung im Stock kommt, bedient man sich des dampfdurchlässigen Tuches und des mit Kleintierstreu oder Sägemehl gefüllten Kissens, das die überschüssige Feuchtigkeit aufnimmt. Bei meiner DNM, die ich seit mehreren Jahren zu Vergleichszwecken betreibe, habe ich mich daran orientiert und die Beute sowohl mit Tuch, Kissen und Hüttendach, als auch mit geschlossenem Boden und verkleinertem Flugloch ausgestattet. Das funktioniert nach meiner Erfahrung sehr gut. Einen erhöhten Winterverbrauch konnte ich, entgegen der Meinung der Befürworter offener Gitterböden, nicht feststellen.

 

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