Anfängerfragen zu Warré 1

Frage: Ich habe von Dir aufgeschnappt, dass Du Deine Beuten zunehmend mit Guckzargen ausstatten möchtest. Mich interessieren die Gründe.

Antwort: Die Guckzargen sind einfach immer klasse, weil man so beständig über den Zustand des Volkes Bescheid weiß, ohne die Beuten öffnen zu müssen. Mit ein bisschen Erfahrung erkennt man da fast alles: Brut, Honigeintrag, Baufortschritt, Volksbesatz, eventuelle Unruhe im Stock u.v.m.  Seit ich die Fensterzargen verwende, öffne ich meine Beuten nur noch ganz selten, um eine Wabe zu ziehen. Außerdem sind sie schön, um Besuchern (vor allem Kindern) die Bienen bei ihrer täglichen Arbeit zu zeigen. Man kann z.B. Bienen beim Schlüpfen beobachten, oder beim Schwänzeltanz. Die Mehrausgabe lohnt sich also auf jeden Fall.

Frage: Dann geht es mir um den Beuten-Boden. Holtermann bietet den Einfachboden und den Varroa-Boden an. Letzteren habe ich mir mal genauer angeschaut und finde ihn wenig isolierend, da er aus einem recht dünnen Brettchen besteht, welches man herausziehen und den Befall prüfen kann. Welche Art von Bodenbrettern verwendest Du?

Antwort: Ich verwende ausschließlich den geschlossenen Einfachboden, aber auch, weil ich ohnehin nicht gegen die Varroamilbe behandle und auch keine Varroen zähle (damit mache ich mich nur verrückt). Das was Warré über den Wärmeerhalt im Stock schreibt (Stichwort Thürs „Nestduftwärmebindung“) hat aber auch durchaus Sinn, so dass ich im Zweifelsfall immer zum geschlossenen Boden raten würde.

Frage: Schlussendlich benötige ich noch Bio-Wachs für die Anfangsstreifen. Wo kann ich das herbekommen?

Antwort: Kauf Dir am besten ein Paket Bio-Mittelwände beim Imkerversand und schneide sie in 3 cm breite Streifen. Zum Anbringe der Anfangsstreifen hat es sich bewährt, die Oberträger mit der Nut nach oben in den Backofen zu legen und auf 100° C zu erhitzen. So lassen sich die Anfangsstreifen einfach in die Nut einschmelzen.

2 Gedanken zu „Anfängerfragen zu Warré 1“

  1. Hallo,
    ich beschäftige mich nun seit einiger Zeit zumindest in der Theorie mit der Imkerei – insbesondere die Haltung in einer Warre Beute erscheint mir sehr vernünftig.
    Nun bin ich über deinen Kommentar über den Umgang mit der Varroamilbe gestolpert. Du schreibst hier, dass du nicht gegen die Milbe behandelst. Ich schließe daraus, dass deine Bienen in einem Gleichgewicht mit dem Parasiten lebt. Wie bist du zu diesem Zustand gekommen? Ich habe zwar von Studien wie dem Gotlandversuch gelesen, bei dem die Völker den Varroamilbe ohne Behandlung überlassen haben. Das Ergebnis von Völkern, die im Gleichgewicht mit Varroa lebten, ist extrem erstrebenswert, jedoch war der Weg dahin damit verbunden, dass die Zahl der Völker extrem einschrumpften.
    Wo man auch liest – auch bei anderen Konzepten ‚wesensgemäßer‘ Bienenhaltung – liest man trotz des Zwists eigentlich keine Medikamente in das Volk zu bringen, dass eine Varroabehandlung unumgänglich ist.
    Auch in ‚Imkern nach Warre‘ von Heuvel wird an der Notwendigkeit kein Zweifel gelassen.
    Lange Rede, kurzer Sinn: wie hast du es geschafft, dass deine Völker mit der Milbe leben können?

    Liebe Grüße, Madlin!

    1. Liebe Madlin,
      vielleicht funktioniert es bei mir, weil ich nicht nur Imkerin, sondern auch Entomologin bin, und deshalb vieles eher wie ein Biologe, als wie ein Tierhalter betrachte. Ich vertraue einfach auf die Evolution und, da ich trotz allem Tierhalter bin, fördere ich diese durch gezielte Zucht.

      Manche Völker sterben an Varroa, so wie auch manche Wildbienenkolonie scheinbar grundlos von einem Jahr auf das andere verschwindet. Die meisten Völker kommen zwar über den Winter, aber nur so knappab. Ein paar Völker aber überleben den Winter, als gäbe es gar keine Varroa. Von diesen Völkern ziehe ich nach und weisele die Mickerlinge um. Unterstützend wirkt, dass die Völker übers Jahr kaum gestört werden.

      Hilfreich ist es zudem, mit Schwärmen zu starten, von denen man weiß, dass sie von Völkern stammen, die bereits mehr als 2 Winter überlebt haben, z. B. in einer Hauswand, bei der man nicht an das Volk herankam, oder in einem hohlen Baum.

      Was man aber zur Nichtbehandlung immer im Kopf haben muss, ist die Tatsache, das solcherart in Ruhe gelassene Völker in den ersten Jahren kaum Honig bringen, da sie schlicht mit Überleben beschäftigt sind. Dies war wahrschinlich auch der Grund, warum Versuche, wie das Gotlandprojekt nicht weitergeführt wurden.

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