Wachsernte ohne Gematsche

Aufgrund der regelmäßigen Wabenerneuerung spätestens aller zwei Jahre, fällt bei der Warré-Imkerei immer recht viel Rohwachs an. Um dieses einzuschmelzen, habe ich über die Jahre so ziemlich jede Methode ausprobiert, ausgenommen einen professionellen Dampfwachsschmelzer, weil mir für diesen der Platz fehlte. Und sei es meiner Ungeschicklichkeit geschuldet oder diversen unhandlichen Töpfen – bei jeder der im Internet oder diversen Büchern beschriebenen Methoden, gab es unheimlich viel Gematsche von Honig, Wachsbröckchen und festgewordenen Wachsspritzern, die sich nach kürzester Zeit unweigerlich in der Küche verteilten und unter den Schuhsohlen sammelten.

Wirklich Spaß macht die Wachsernte daher erst, seit ich zum Wabenschmelzen einen Dampfentsafter verwende. Mit diesem geht die Arbeit ruckzuck und ohne jedes Gespritze vonstatten. Wenn man beim Kauf ein Modell mit besonders großem Beerenkorb wählt, lassen sich damit Waben von mindestens 3 Zargen einschmelzen, ohne den Korb einmal leeren zu müssen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie stark das Wachs während des Einschmelzens zusammenfällt.

Die heiße  Wachs-Wasser-Mischung lasse ich in einen 10 Liter-Topf laufen, der während des Schmelzens in der warmen Backröhre wartet. So bleibt das Gemisch bis zum Ende flüssig. Anschließend lasse ich den Topf in der ausgeschalteten Backröhre über Nacht langsam abkühlen. Durch die gute Isolierung geschieht das sehr langsam, so dass sich Schwebstoffe und Verunreinigungen zum Großteil unten am Wachsblock absetzen. Diese werden später vom Block abgekratzt.

Auf diese Weise gewonnenes Wachs muss nur noch einmal geklärt werden, bevor es zu Kerzen oder neuen Anfangsstreifen weiterverarbeitet werden kann. Zum Klären den Block einfach noch einmal sachte in Wasser schmelzen und das Ganze wiederum über Nacht abkühlen lassen. Am nächsten Morgen werden die restlichen Verunreinigungen vom Block abgeschabt und er kann weiterverwendet oder eingelagert werden.

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