Erweiterte Faulbrutprophylaxe in Warré

Die Warré-Betriebsweise macht es der Faulbrut generell nicht leicht, und Abbé Warré hat dem Thema in seinem Buch viel Raum eingeräumt. Das Minimieren der Eingriffe ins Volk, speziell im Brutnest; die Vermeidung des Wabentauschs zwischen Völkern; die reguläre Wabenerneuerung und die besondere Beachtung des Wärmeerhalts im Brutnest sollen laut Warré das Risiko für einen Faulbrutbefall vermindern. Da wir insbesondere hier in Dresden aber seit längerem massiv mit der Faulbrut zu kämpfen haben, hier noch ein paar weitere Maßnahmen, die ich selbst einhalte, um einen Faulbrutausbruch zu verhindern:

  1. Rückfütterung ausschließlich mit Honig vom selben Volk. Generell sollte es selbstverständlich sein, keinen fremden Honig zu verfüttern. Ich selbst gehe hier noch einen Schritt weiter und füttere Völkern ausschließlich den eigenen Honig zurück. Falls dieser nicht reicht, gehe ich zur Zuckerfütterung (mit Bio-Rübenzucker) über.
  2. Jedem Volk nur seine eigenen Zargen. Das bedeutet, dass ich im Herbst die weggenommenen Zargen (inklusive Wabenwerk) mittels Kreide mit der jeweiligen Nummer des Volkes kennzeichne, um dem Volk im nächsten Frühling dann seine eigenen Zargen zurückgeben zu können.
  3. Strikte Wabenerneuerung aller zwei Jahre. In diesem Punkt gehe ich noch über Warrés Vorgehen hinaus, der Waben wohl erst dann erneuerte, wenn sie nicht mehr gut aussahen. Durch die Gewinnung von Tropf- statt Schleuderhonig behalte ich automatisch keine leeren Honigwaben, die älter als zwei Jahre sind. Völker, die ich in Hungerjahren nicht beerntet habe, unterziehe ich im nächsten Frühjahr der „Heroischen Methode“.
  4. Regelmäßige Desinfektion leerer Zargen. Um leere Warrézargen zu desinfizieren, erhitze ich diese im Elektroherd auf über 150 °C. Ein großer Vorteil ist hier das kleine Zargenmaß. Andere Beutenmaße passen nicht in den Herd. Deshalb muss bei diesen auf das weit aufwendigere  Abkochen in Natronlauge zurückgegriffen werden. Faulbrutsporen überleben Temperaturen bis 120 °C; ein Abflammen allein hilft daher nicht.
  5. Jährliche Futterkranzprobe aller Völker im Frühjahr. 

Alles in allem ein kleiner Mehraufwand in der sonst so wenig arbeitsintensiven Warré-Imkerei, doch diese Maßnahmen haben mich bisher vor der regional von allen Seiten dräuenden Faulbrut bewahrt, weshalb ich sie nur jedem Warréaner ans Herz legen kann.

 

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