Wirtschaftlichkeit

Abbé Warré war also nicht nur ein Freund der Bienen, sondern auch ein erfolgreicher Geschäftsmann und kühler Rechner. „Keine Rähmchen, keine Mittelwände, wenig Arbeit“ – dies ist das Firmenmotto, mit dem er seine Volksbeute bewarb und es fasst die Grundlagen der Warréimkerei gut zusammen, insbesondere wenn man sich bewußt ist, dass mit „wenig Arbeit“ auch die der Bienen gemeint ist. Durch die Besonderheiten in der Betriebsweise, dem Erhalt der Stockwärme als oberstem Ziel und dem Verzicht auf den künstlich erzeugten Sammeldruck, den das üblicherweise praktizierte Aufsetzen von leeren Honigzargen zur Folge hat, erspart man den Bienen einen Großteil an Arbeit zum Heizen und Sammeln, was ihrer Gesundheit zugute kommt. Kein Burnout bei Warré-Bienen. Der hieraus resultierende geringere Honigertrag wird durch die Möglichkeit ausgeglichen, mehr Völker halten zu können, da sich auch der imkerliche Arbeitsaufwand in der Warréimkerei auf ein Minimum beschränkt. Die Quintessenz der erfolgreichen Warréimkerei ist also: „Wenig Arbeit, viele Völker.“ Und tatsächlich ergab ein 10 Jahres-Vergleich der Belgier J. M. Frèrès und J. C. Guillaume zwischen Langstroth und Warré 30% geringere Produktionskosten pro Kilogramm für den nach Warré produzierten Honig.

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